EGVP Software: Zugang zum elektronischen Rechtsverkehr
Die rechtssichere digitale Kommunikation mit Gerichten verlangt im geschäftlichen oder behördlichen Kontext den Einsatz einer EGVP Software. Der Begriff dient als Sammelbezeichnung für elektronische Postfächer. Für den gesetzeskonformen elektronischen Rechtsverkehr benötigen Sie das passende elektronische Postfach, das den strengen OSCI-Sicherheitsstandard für den Datenaustausch erfüllt.
Die wichtigsten Fakten zur EGVP Software
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EGVP Software bezeichnet zugelassene Programme für elektronische Postfächer, die den rechtssicheren Datenaustausch mit Gerichten und Behörden ermöglichen.
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Die Postfächer dienen als Schnittstelle für die verschlüsselte Kommunikation mit Gerichten und Behörden nach dem OSCI-Standard.
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Die Software verbindet Unternehmen, Behörden und andere professionelle Verfahrensbeteiligte mit der Justiz für den Austausch von Schriftsätzen, Klageschriften und anderen Dokumenten.
Was ist das elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach?
Das Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) bildet das digitale Fundament für den elektronischen Rechtsverkehr (ERV) in Deutschland. EGVP ist keine einzelne Software, sondern eine sichere Infrastruktur der Justiz. Über verschiedene Postfachlösungen können unterschiedliche Nutzergruppen Dokumente elektronisch mit der Justiz austauschen. Sie bilden die Schnittstelle zur staatlichen Infrastruktur. Die passende Postfach-Anwendung hängt von der eigenen Rolle ab, da für Verfahrensbeteiligte, wie Anwälte, Behörden oder Unternehmen, jeweils eigene Postfachtypen bereitstehen.
Sämtliche Nachrichten, die über die spezifischen EGVP Postfächer laufen, werden verschlüsselt transportiert und basieren auf dem gesetzlich vorgeschriebenen OSCI-Standard (Online Structured Certification Interface). Diese Technologie garantiert, dass Dokumente unverändert und nachweisbar zwischen Gerichten, Behörden, Anwälten und Unternehmen übertragen werden. Die Justiz stellt damit einen sicheren elektronischen Übermittlungsweg bereit, der herkömmliche Übertragungswege wie das Fax oder die Post schrittweise ablöst.
Welche Postfächer bedient eine EGVP Software?
Der elektronische Rechtsverkehr verlangt je nach Berufsgruppe und Organisationsform die Nutzung eines spezifischen Postfachtyps. Das EGVP bildet dabei das gemeinsame Übertragungsnetzwerk, indem sich die Postfächer bewegen. Die Steuerung und der Nachrichtenaustausch erfolgen über postfachspezifische EGVP Softwares.
| Komponente | Art des Zugangs | Funktion im Rechtsverkehr | Zielgruppe |
| EGVP | Übertragungs-netzwerk | Technischer Übertragungsstandard (OSCI) für den verschlüsselten, rechtssicheren Datentransport | Alle Teilnehmer am elektronischen Rechtsverkehr |
| Besonderes elektronisches Behördenpostfach (beBPo) | Postfachtyp | Ermöglicht den sicheren Versand und Empfang von Nachrichten im ERV | Behörden und Anstalten des öffentlichen Rechts (AöR) |
| Besonderes elektronisches Bürger- und Organisationenpostfach (eBO) | Postfachtyp | Dient der rechtsverbindlichen Kommunikation mit der Justiz | Unternehmen, Verbände, professionelle Verfahrensbeteiligte (u.a. Gutachter, Betreuer, Sachverständige) sowie Bürger |
| Besonderes elektronisches Anwaltspostfach (beA) | Postfachtyp | Gesetzlich vorgeschriebener Zugang für die Anwaltschaft | Anwaltschaft |
| Besonderes elektronisches Notarpostfach (beN) | Postfachtyp | Zertifizierter Übermittlungsweg für notarielle Urkunden und Dokumente | Notariat |
| Besonderes elektronisches Steuerberaterpostfach (beSt) | Postfachtyp | Gesetzlicher Zugang für die Steuerberaterschaft | Steuerberater |
| Mein Justizpostfach (MJP) | Postfachtyp | Bürgerpostfach zur barrierefreien und sicheren Kommunikation mit Behörden und Gerichten | Privatpersonen |
Leitfaden zur Einrichtung: Schritt für Schritt zum eigenen Postfach
Der gesamte Einrichtungsprozess variiert stark je nach individuellem Postfachtyp (beA, beBPo, eBO etc.). Die konkreten rechtlichen Vorgaben und technischen Hürden unterscheiden sich von Postfach zu Postfach. Bei der Integration Ihrer EGVP Software müssen Sie folgende Punkte beachten:
- Ermitteln Sie Ihren Postfachtyp: Die jeweilige Berufsgruppe oder Organisationsform bestimmt zwingend den einzurichtenden Zugang.
- Wählen Sie Ihre EGVP Software: Es muss eine zertifizierte Anwendung gewählt werden, die den technischen Anforderungen Ihres Postfachtyps entspricht.
- Weisen Sie Ihre Identität nach: Das Identifikationsverfahren variiert je nach Postfachart.
- Registrieren Sie Ihre Organisation im SAFE-Verzeichnis: Die Registrierung im bundesweiten Adressbuch ist für jeden Postfachtyp spezifisch geregelt und eng mit dem jeweiligen Freischaltungsprozess verknüpft.
- Richten Sie Zugriffsrechte ein: Innerhalb der Anwendung müssen Sie die Zugriffsrechte für Ihre Mitarbeiter präzise konfigurieren, um die gesetzliche Prüfpflicht des Posteingangs durchgehend zu gewährleisten.
EGVP Software: So finden Sie die passende Lösung für beBPo und eBO
Der Zugang zum elektronischen Rechtsverkehr ist abhängig von Ihrem Postfachtyp. Für beBPo und eBO gibt es verschiedene Anbieter auf dem Markt. So finden Sie die passende Anwendung für Ihre Infrastruktur und Ihre individuellen Anwendungsfälle:
- Wichtige Basisfunktionen: Ihre Anwendung muss die Rechtssicherheit durch eine Verschlüsselung nach OSCI-Standard und die korrekte Verwendung des XJustiz-Formats erfüllen.
- eEB: Gerichte fordern von den Empfängern ihrer Nachrichten oft eine elektronische Empfangsbekenntnis (eEB) an. Die Erstellung der eEB sollte mit einer EGVP Software einfach und unkompliziert möglich sein.
- Nutzung & Setup: Die Software sollte Ihren Arbeitsalltag durch eine Mehrbenutzerfähigkeit, eine flexible Rechteverwaltung sowie optionale Outlook-Integrationen oder webbasierte, installationsfreie Versionen unterstützen.
- Sicherheitskriterien: Das von Ihnen gewählte System muss den Schutz sensibler Daten durch eine nachvollziehbare Protokollierung der Nachrichtenein- und ausgänge) garantieren.
- Support & Dienstleistungen: Ihr Anbieter sollte den laufenden Betrieb durch direkte Support-Kanäle und eine individuelle Projektbetreuung bei der Einführung absichern.
FP Digital: EGVP Software für beBPo und eBO
FP Digital bietet mit FP Justiz Connect (beBPo Edition) und FP eBO Online zwei offiziell auf registrierte Lösungen, die speziell für den Einsatz in Behörden und Unternehmen entwickelt wurden. Beide Produkte erfüllen alle technischen Voraussetzungen für den rechtssicheren Betrieb und lassen sich ohne Medienbrüche in bestehende IT-Strukturen einbinden.
- Rechtssicherheit: OSCI-Verschlüsselung und XJustiz-Format sind vollständig und immer nach dem aktuellen XJustiz-Standard implementiert.
- Mehrbenutzerbetrieb: Flexible Rechteverwaltung für Teams jeder Größe, inklusive Outlook-Integration.
- Datensicherheit: revisionssicherer Audit Trail Nachvollziehbare Protokollierung des Nachrichtenversands und -empfangs sowie die Erzeugung eines elektronischen Empfangsbekenntnisses (eEB) sind standardmäßig enthalten.
- Persönliche Betreuung: Von der Einführung bis zum laufenden Betrieb steht Ihnen ein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung.
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Häufige Fragen zur EGVP Software
Eine EGVP Software dient als technische Schnittstelle, um Nachrichten und Dokumente verschlüsselt im elektronischen Rechtsverkehr (ERV) zu übertragen. Sie ermöglicht Unternehmen, Behörden und Berufsgruppen den rechtssicheren Datenaustausch mit der Justiz auf Basis definierter Standards.
Für viele professionelle Verfahrensbeteiligte ist die elektronische Kommunikation mit der Justiz bereits verpflichtend. Dazu zählen unter anderem Rechtsanwälte, Notare, Gerichtsvollzieher und Steuerberater sowie Behörden, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts. Auch weitere professionelle Verfahrensbeteiligte, wie Gutachter, Dolmetscher, Sachverständige oder Betreuer, müssen einen sicheren elektronischen Übermittlungsweg eröffnen. ( 173 Abs. 2 ZPO)
Durch die weitere Digitalisierung der Justiz kommen zusätzliche Anforderungen hinzu. Mit der verpflichtenden elektronischen Aktenführung in der Justiz und neuen gesetzlichen Regelungen wird der elektronische Rechtsverkehr für weitere Zielgruppen relevant. So verpflichtet beispielsweise das Gesetz zur weiteren Digitalisierung der Zwangsvollstreckung künftig auch private Kreditinstitute dazu, einen sicheren elektronischen Übermittlungsweg für gerichtliche Zustellungen bereitzuhalten.
Das EGVP bezeichnet das gesamte, übergeordnete Transportnetzwerk für die verschlüsselte Datenübermittlung. Das beBPo (besonderes elektronisches Behördenpostfach) ist lediglich ein spezifisches, digitales Postfach innerhalb dieses Netzwerks, das von Verwaltungen und öffentliche Institutionen genutzt werden muss.
Während das EGVP die technische Infrastruktur für alle Beteiligten im ERV darstellt, ist beA (besonderes elektronisches Anwaltspostfach) der persönliche digitale Briefkasten für die Anwaltschaft. Rechtsanwälte müssen das beA Postfach verpflichtend nutzen, um Nachrichten über das EGVP Netzwerk zu versenden und zu empfangen.
Bei dem elektronischen Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) handelt es sich um die übergeordnete technische Infrastruktur für den ERV. Das besondere elektronische Bürger- und Organisationenpostfach (eBO) ist ein spezifisches Postfach, das private Unternehmen, professionelle Verfahrensbeteiligte wie Gutachter, Betreuer oder Dolmetscher, und auch private Bürger für die elektronische Kommunikation mit Gerichten, Behörden und anderen Teilnehmern des elektronischen Rechtsverkehrs nutzen.
Der Prozess erfordert zunächst die Auswahl einer zertifizierten Client-Software sowie eine offizielle Identitätsprüfung, um die Inhaberschaft des Postfachs zu verifizieren. Nach der erfolgreichen Identifizierung erfolgt die Registrierung im bundesweiten SAFE-Verzeichnisdienst, wodurch das Postfach für den Nachrichtenempfang und -versand bereit steht.
